|
Römisch-katholisch - EKO3. Die in Österreich verbliebene Familie schrieb bzw. schreibt sich weiter "Dobrauz" bzw. teilweise "von Dobrauz", in der Schweiz als nom d'usage "Dobrauz Saldapenna".
- Österreichischer Ritterstand mit "di Saldapenna", 17.2., (11.4.) 1859 [1], für den Sektionsrat und Kanzleidirektor des kaiserlich österreichischen Generalkonsulates in Paris Dr. Alois (Anton) DEBRAUZ (geborener [slowenisch] DOBRAVEC bzw. [deutsch] DOBRAUZ) (1811-1871), Officier de l'Ordre de la Légion-d'Honneur [2] [7], Komtur des Ordens Imperial de Guadalupe [6], als Ritter des Eisernen Kronen-Ordens 3. Klasse [3]. [4] [5]
Wappen:
Geteilt, unten in Rot ein aufrecht-schreitender rot-bezungter goldener Löwe, in der Rechten eine weisse Rose am Stiel mit zwei grünen Blättern haltend; oben in Blau ein goldener sechszackiger Stern. - Zwei Helme, auf dem rechten mit rot-goldenen Decken der Löwe wachsend, auf dem linken mit blau-goldenen Decken eine wachsende braune Dogge. - Auf blauem Band die Devise: "Fortiter ac Fideliter".

Quellen:
- [1] Ritterstands-Diplom Nr. 333211/2074 (1858).
- [2] Légion d'Honneur - Almanach impérial pour 1867, S. 367
- [3] "Oesterreichisch-kaiserlicher Orden der eisernen Krone " in Hof- und Staats-Handbuch des Kaiserthumes Österreich 1868, Manz, Wien.
- [4] KNESCHKE - "Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexikon", Bd. 2, S. 430 ("Debranz von Saldapenna"), dessen Quelle: Augsburger Allgemeine Zeitung 1859.
- [5] FRANK-DÖFERING - Adelslexikon des Österreichischen Kaisertums 1804-1918, Bd. 2 (1823-1918), S. 274, Rz 1567 ("Debrauz").
-
WURZBACH, C. - "Biographisches Lexikon des Kaisertums Österreich", Bd. 3 (Cöremans-Eger), S. 188, 189, 190 : "DEBRAUZ, Alois (Publicist, geb. zu Triest 2. Juni 1811). Besuchte das Gymnasium zu Laibach, die philosophischen Collegien zu Mailand und die Universität zur Vollendung der Rechte in Wien und Paris. Nach erlangter Doctorwürde trat er bei dem Civil- und Criminalgerichte in Mailand in den Staatsdienst, welchen er aber, einem unwiderstehlichen Drange, die Welt zu sehen, folgend, schon 1837 wieder verließ. Er besuchte zuerst die italienische Halbinsel, lebte dann acht Jahre in Neapel, wo er mit politischen und diplomatischen Notabilitäten in Verkehr trat und sich endlich auf den Rath Mehrerer derselben für die publicistische Laufbahn entschied und seinen Aufenthalt in Paris nahm. Dort seit Juni 1838 mit der Tochter eines hohen Officiers der napoleonischen Armee vermält, war er einer der thätigsten Redacteure des von Emil GIRARDIN gegründeten Journals "La Presse", welches als Hauptorgan des echt conservativen Kabinets MOLÉ gegen die parlamentarische Coalition mit großer Energie in die Schranken trat. Als in Folge des Vertrages vom 15. Juni 1840 das Cabinet THIERS Deutschland mit dem Kriege bedrohte, unternahmen DEBRAUZ mit GUIZOT, der an der Stelle THIERs das Portefeuille des Äußeren übernahm. Als am 13. Juni 1841 der Herzog von ORLEANS so unglücklich hinweggerafft wurde und die Rentschaftsfrage an die Tagesordnung trat, erschien von DEBRAUZ die Brochure: "La Questin de la Régence, exposée d'arprès les principes du droit et les usages de états constitutionnels de l'Europe" (Paris 1842, Dusillion, 8°.), worin er die Parallele der Regentschafts-Normen anderer Staaten Europa's zog und principiell zu Gunsten der mütterlichen Regentschaft schloß. Die Vertraulichkeit zwischen LAMARTINE und DEBRAUZ bewog Letzteren, als er gewahr wurde, daß LAMARTINE von der Juli-Regierung zur Opposition getrieben wurde, zur Herausgabe einer zweiten Brochure: "Guizot et Lamartine", welche damals große Sensation in Paris erregte. LAMARTINE trat nach der unglücklichen Candidatur für die Präsidentschaft der Deputirtenkammer gänzlich zur Opposition über, DEBRAUZ aber trennte sich von ihm und näherte sich wieder dem Minister GUIZOT, der ihn zu verschiedenen Missionen in Deutschland, Italien und Spanien verwendete. Im Jahre 1845 veröffentlichte DEBRAUZ ein Werk unter dem Titel: "L'enseignement supérieur en harmonie avec les besoins de l'Etat. Projet de réorganisation des Facultés de droit en France, précédé d'une Lettere approbatire de M. le ministre de l'instruction publique" (Paris 1845, Dusillion, 8°.). In Folge dessen erhielt DEBRAUZ von dem damaligen Minister des öffentlichen Unterrichts Grafen SALVANDY den Auftrag, die deutschen und italienischen Universitäten zu besuchen und nach den Ergebnissen seiner Beobachtungen den Entwurf einer Reorganisation der Rechtsfacultäten in Frankreich auszuarbeiten. DEBRAUZ vollendete die Arbeit, welche dem von dem Grafen SALVANDY im Jänner 1848 der Pairskammer vorgelegten Gesetzentwurfe zu Grunde lag und nur in Folge der eingetretenen Februar-Revolution nicht zur Discussion kam. Während des Jahre 1848 ergriff DEBRAUZ in englichen und französischen Blättern die Sache Österreichs mit solcher Entschiedenheit, daß es CAVAIGNAC unterließ, den italienischen Revolutionären Hilfe zu leisten und die Regierung KOSSUTHs anzuerkennen. Die in jener verhängnißvollen Zeit im Journal "la Presse" veröffentlichten "Communications" machten die Runde durch alle europäischen Blätter. Fürst SCHWARZENBERG, als er das October-Ministerium bildete, forderte DEBRAUZ auf, diese Aufsätze gesammelt erscheinen zu lassen und sie erschienen auch unter dem Titel: "La question italienne" (Paris 1849). DEBRAUZ's patriotische Hingebung hatte seine Ernennung zum kaiserlichen Rathe zu Folge (Februar 1849). Als er später im Auftrage des Ministeriums Freiherrn von BRUCK die Reorganisation der k. k. Consulate in Frankreich und an der Nordküste Spaniens durchführte, wurde er Sectionsrath im k. k. Handelsministerium mit der Dienstleistung bei dem k. k. General-Consulate in Paris. In dieser Stellung bereiste er im Sommer 1853 Spanien, Portugal und Marokko, um die dortigen Consularämter zu inspiciren und die Mittel des österreichischen Handels in jenen Ländern zu heben. Die Furcht diese Reise, wozu immer von der französischen Regierung die Dampffregatte Newton eigens zur Verfügung gestellt worden, sind die in den "Mittheilungen aus dem Gebiete der Statistik" (Jg. 1854, II., III. und V. Heft) abgedruckten Berichte, reich an interessanten Details und bisher wenig oder gar nicht gewürdigten Thatsachen. Der Beginn der orientalischen Verwicklungen fachte in DEBRAUZ den Drang zu publicistischer Thätigkeit so mächtig an, daß er 1854 seine Entlassung aus dem Staatsdienste nahm, um frei seine Polemik gegen Rußland in französischen, englischen und deutschen Blättern führen zu können. Die vielbesprochenen diplomatischen Correspondenzen des "Costitutionnel" während des orientalischen Kriegs rühren aus DEBRAUZ's Feder, welche zu verfassen DEBRAUZ dadurch in der Lage war, daß er dem französischen Minister des Äußeren DROUIN DE L'HUYS nahe stand und dadurch aus bester Quelle schöpfen konnte, was damals im Rathe Europa's beschlossen wurde. Nach dem am 30. März 1856 geschlossenen Frieden von Paris übernahm DEBRAUZ in höherem Auftrage die Darstellung der Ursachen und Wirkungen dieses Friedens, welche unter dem Titel: "Le traité de Paris, ses causes et ses effets" (Paris 1856, gr. 8°.) erschien, durch Aufhellung interessanter diplomatischer Geheimnisse bei seinem Erscheinen viel Aufsehen erregte und reißenden Absatz fand. Bei der Thronbesteigung NAPOLEONs III. publicirte DEBRAUZ eine Lebensskizze dieses Monarchen, wovon die Details an der Urquelle geschöpft wurden, da sich der Verfasser der persönlichen Gunst des Kaisers erfreut. DEBRAUZ lebt seit vielen Jahren in Paris als anerkannter und geachteter Publicist. In jüngster Zeit (September 1857) fungirte er als Secretär bei dem III. internationalen statistischen Congresse, welcher zu Wien stattfand, wobei seine parlamentarische Gewandtheit im Congresse und von dem k. k. Handelsministerium anerkannt wurden. DEBRAUZ's mannigfaltige Verdienste wurden von vielen Staaten durch Verleihung von Orden ausgezeichnet. - Quellen: Louandre (Charles) et Bourquelot (Felix), La littérature francaise contemporaine 1827 - 1844 (Paris 1846, Daguin, 8°) I. Bd., S. 161 [führt ihn mit dem Taufnamen L. Charles auf}. - Journal La Presse 1838 und die folgenden Jahrgänge."
- [6] ALMANAQUE IMPERIAL - Almanaque imperial par el año de 1866,
Mexico, Imp. de J. M. Lara, S. 25: »Sr. D. Luis, Caballero Debraux de Saldapena, (Austria).«
- [7] Laibacher Zeitung
(vom 21. Mai 1864): Nichtamtlicher Theil. Ausland. Paris, 5.Mai. Laibach 1864, S. 2.
-
WURZBACH, C. - "Biographisches Lexikon des Kaisertums Österreich (Prokop-Raschdorf)":, Bd. 24, S. 386 : "Debrauz de Saldapenna, Alois [Bd. III, S. 188], gest. zu Paris 24. Jänner 1871. Ihm wird noch ein paar anderen Glücksrittern die Schuld zugeschrieben, sein Möglichstes dazu beigetragen zu haben, daß Erzherzog Ferdinand Max die mexikanische Kaiserkrone annahm." Dessen Quellen: Presse 1863, Nr. 264: "Memorial diplomatique". - Neue freie Presse 1868, Nr. 1257: "Enthüllungen". - Roman Zeitung (Berlin, Janke, 4°) 8. Jg. (1871) Bd. II, Sp. 636, in der "Todtenschau".
-
KEMENOVIC v. BELOVAR, F. & KURZ K. F. - "Geschichte der Pionier-Kadetten und deren Schulen 1811-1911", Wien 1911, S. 317. "Johann von DOBRAUZ, 1875 Leutnant beim 22. Infanterie-Regiment, erwarb sich 1878 die Allerhöchste Belobigung, kam 1895 als Hauptmann zum 98. Infanterie-Regiment, wurde später mit der Militärverdienst-Medaile (MVM) und dem Militärverdienst-Kreuz (MVK) ausgezeichnet, Major, Oberstleutnant und Oberst im 11. Infanterie-Regiment und trat 1908 als Oberst in Ruhe, 1909 verstarb er in Görz."
- Wikipedia: Louis Antoine Debrauz de Saldapenna
Mitgeteilt von Dr. Günther Dobrauz di Saldapenna (Schweiz 2009).
|