Denomination
Standeserhöhungen - Adelsrechtliche Texte

Bekanntlich ist das Wort „von“ als allgemeine Adelsbezeichnung erst mit dem Reichdeputationshauptschluss vom Jahre 1803 eingeführt worden. Selbst dann dauerte es noch einige Zeit, bis man den sprachlichen Widersinn überwand, das „von“ vor Namen zu Setzen, die mit einer Ortsbezeichnung nichts zu tun haben. Die ersten mir bekannten Denominationen mit „von“ tauchen unter Kaiser Ferdinand III. auf. – 3.7.1638 erhielt der ksl. Postmeister in Leoben, Michael PILSTEIN, den rittermäßigen Adel mit „von Pilstein“, 24.5.1639 wird dem Gervasisus OBERGFELL aus Breisach bei Bestätigung seines Adels als eines rittermäßigen die „Denomination“ „von Oberfell“ bewilligt. Das in dem bezüglichen Akte beigefügte Marginale „Denomination“ zeigt, dass es sich um eine bereits gebräuchliche Verleihung handelt. In beiden Fällen könnte es sich wie bei der 14.4.1640 erfolgen Nobilitierung der Gebrüder CANNAL um Ortsbezeichnungen handeln. Bei dem 1.3.1515 † „Feit fon Fuerst, hauptmann zu der eisenstadt, ritter“, wie auf dem schönen Zinnepitaph in der Pfarrkirche zu Eisenstadt zu lesen ist, dürfte dies kaum der Fall sein. Das wäre wohl die früheste Denomination mit „von“.

Quelle:

  • Pantz – „Die Denomination“ in Monatsblatt ADLER Bd. 12, S. 258